Stellungnahmen

Die folgenden Stellungnahmen wurden nach Bekanntwerden des Entwurfes des „Schulnetzplan Landkreis Sonneberg für die Schuljahre 2026/27 – 2030/31“ in der Fassung vom 11.05.2026 abgegeben. Am 27.05.2026 wurde der Schulnetzplan und der darin befindliche Beschluss für unsere Grundschule Judenbach geändert. Die neue Formulierung entspricht weitestgehend unseren Vorschlägen und Forderungen.

„Kindergarten und Grundschule sind der Ort, an dem der Grundstein für das spätere Leben gelegt wird. Wenn die Schule stirbt, stirbt ein Teil von Judenbach mit ihr. Ich fordere – stellvertretend für alle Kinder, Eltern und Einwohner – Herrn Landrat Sesselmann, alle Kreistagsfraktionen und das Thüringer Bildungsministerium auf: Treffen Sie keine Entscheidung zur Schließung unserer Grundschule Judenbach, welche einen irreversiblen Schaden anrichten wird. Die kleinen Orte im Landkreis Sonneberg haben eine Zukunft verdient."

„Ein Sportverein lebt von seinem Nachwuchs – und der Nachwuchs kommt aus unseren Schulen. Die Grundschule Judenbach ist für uns weit mehr als ein Gebäude: Sie ist der Ort, an dem wir unsere jüngsten Mitglieder kennenlernen, wo wir Kinder fürs Training begeistern und die Basis für kommende Generationen legen. Ohne Schule kein Nachwuchs. Ohne Nachwuchs kein Verein. Die Schließung der Grundschule Judenbach wäre das Ende des sportlichen Gemeinschaftslebens in unserem Dorf. Wir stehen hinter dieser Initiative – für unsere Kinder, für unseren Sport, für Judenbach."

„Nach der Schule geht es direkt auf den Platz – ich hole die Kinder ab, und dann wird trainiert. Das ist unser Rhythmus, und er funktioniert nur, weil die Schule hier ist. Kein langer Weg, keine komplizierten Absprachen, keine überforderten Eltern, die ihr Kind quer durch den Landkreis kutschieren müssen. Die Nähe zur Schule ist der Grund, warum unsere Kindermannschaft so gut läuft. Fällt die Schule weg, fällt dieser Rhythmus auseinander. Kinder, die täglich woanders zur Schule fahren, kommen nicht mehr zum Training hier. Die Mannschaft, die wir aufgebaut haben, bricht weg – Kind für Kind. Das darf nicht passieren."

„Zur neuen Saison haben wir eine F-, eine D- und eine B-Jugend gemeldet – das ist kein Selbstläufer, das ist das Ergebnis von echtem Engagement, von Kindern die Bock haben und von Eltern, die mitziehen. Genau jetzt, wo der Jugendfußball in Judenbach wieder aufblüht, droht uns die Schule weggenommen zu werden. Dabei sind die Kinder, die heute bei uns auf dem Platz stehen, dieselben, die morgens in die Grundschule gehen. Das eine hält das andere am Leben. Ohne Schule kein Nachwuchs im Dorf – und ohne Nachwuchs im Dorf keine Jugendmannschaften. Wir haben gerade erst drei Jahrgänge auf die Beine gestellt. Lasst uns das nicht wieder verlieren."

Als Bürgermeisterin der Gemeinde Föritztal spreche ich mich klar gegen die Schließung der Grundschule in Judenbach aus.

Judenbach ist der zweitgrößte Ortsteil unserer Gemeinde. Hier gibt es ein reges Vereinsleben, eine starke Dorfgemeinschaft und viele engagierte Menschen, die sich tagtäglich für das Miteinander, für unsere Kinder und für die Zukunft unseres ländlichen Raumes einsetzen. Eine Grundschule ist dabei weit mehr als ein Gebäude. Sie ist ein zentraler Ort des Lernens, des Zusammenkommens und der Identifikation.

Die Gemeinde Föritztal hat bereits den Neubau des direkt neben der Schule befindlichen Kindergartens geplant. Gerade für unsere Kinder, für unsere Zukunft, kann ich mir keine bessere Lösung vorstellen, als vom Kindergarten an bis in die Grundschule gemeinsam am gleichen Ort aufzuwachsen, zu lernen und sich zu entwickeln. Kurze Wege, vertraute Strukturen und ein starkes soziales Umfeld sind für Kinder von unschätzbarem Wert.

Eine Schließung der Grundschule Judenbach hätte weitreichende negative Folgen. Kinder, die ihren Schulweg bisher zu Fuß zurücklegen konnten, müssten künftig weite Wege zur nächsten Schule auf sich nehmen. Der Schulweg wäre dann nur noch mit dem Bus möglich. Damit verlieren unsere Kinder ein Stück Selbstständigkeit, Sicherheit und Heimatnähe.

Auch das soziale Miteinander würde darunter leiden. Wenn Kinder ihre Freundinnen und Freunde nicht mehr am Wohnort finden, dann treffen sie sich auch außerhalb der Schule seltener. Das schwächt die Dorfgemeinschaft, das Vereinsleben und langfristig auch unsere Feuerwehr. Den Vereinen würde es deutlich schwerer fallen, Nachwuchs zu gewinnen und junge Menschen für ihre Angebote zu begeistern. Trainerinnen, Trainer oder AG-Leiter könnten Kinder nicht mehr direkt nach der Schule abholen oder unkompliziert in Vereinsangebote einbinden.

Seit meinem Amtsantritt arbeiten wir in Föritztal erfolgreich für unsere Zukunft und für die Entwicklung im ländlichen Raum. Wir machen unsere Gemeinde attraktiv für junge Familien, ermöglichen Zuzug und schaffen die dafür notwendige Infrastruktur. Eine Schulschließung würde genau diesen erfolgreichen Weg gefährden.

Als Bürgermeisterin von Föritztal unterstütze ich die Bürgerinitiative Grundschule Judenbach ausdrücklich. Ich fordere alle Kreistagskolleginnen und Kreistagskollegen auf:

Stimmen Sie für die Zukunft im ländlichen Raum. Stimmen Sie für unsere Kinder, für deren Bildung, Entwicklung und Heimat. Stimmen Sie für den Erhalt der Grundschule Judenbach.

„Die Grundschulkinder von heute sind die Jugend von morgen. Das klingt einfach – aber es ist die Wahrheit, die viele vergessen. Unser Jugendclub lebt davon, dass junge Menschen in Judenbach aufwachsen, hier zur Schule gehen, hier Freundschaften schließen und hier verwurzelt bleiben. Wer als Kind täglich in einen anderen Ort fährt, wächst dort auf – nicht hier. Die Bindung ans Dorf entsteht in der Grundschule. Reißt man sie heraus, verliert der Jugendclub langfristig seine Grundlage. Nicht sofort – aber sicher. Wir sehen das kommen, und wir sagen es laut: Ohne Grundschule kein Nachwuchs. Ohne Nachwuchs kein Jugendclub. Ohne Jugendclub kein Dorfleben."

"Als Elternvertretung der Grundschule Judenbach sprechen wir für alle Familien, die ihre Kinder täglich in diese Schule schicken – mit Vertrauen und in der Gewissheit, dass sie hier gut aufgehoben sind. Nah an zu Hause, in einer kleinen, familiären Gemeinschaft, wo jedes Kind gesehen wird. Die drohende Schließung durch geburtenschwache Jahrgänge muss aufgefangen werden um die Grundschule zu erhalten. Nicht nur, weil lange Schulwege für Grundschulkinder eine echte Belastung sind. Es ist eine stille Entscheidung, die die Schließung nach sich zieht sobald eine Klasse unter 15 Kinder hat. Wir als Eltern sagen klar: Diese Schule ist nicht verzichtbar. Sie ist notwendig. Wir fordern den Kreistag Sonneberg auf, eine drohende Schließung grundsätzlich abzuwenden – und damit zu zeigen, dass Familien auf dem Land zählen."

„Der Förderverein der Grundschule Judenbach unterstützt seit Jahren Kinder, Lehrerinnen und Lehrer mit Projekten, Materialien und Veranstaltungen, die der Schulalltag allein nicht leisten kann. Wir tun das aus Überzeugung – weil wir wissen, was eine lebendige Dorfschule für eine Gemeinschaft bedeutet. Eine Schließung würde nicht nur unsere Arbeit beenden, sondern vor allem den Kindern etwas nehmen, das kein Schulbus der Welt ersetzen kann: die Geborgenheit, in der eigenen Heimat aufzuwachsen und dort zur Schule zu gehen. Wir stehen hinter dieser Bürgerinitiative und fordern gemeinsam mit allen Eltern, Einwohnern und Vereinen: Unsere Grundschule bleibt!"

„Nach dem Unterricht klingelt die Schulglocke – und für unsere Kinder beginnt dann erst das Beste: die Tanzprobe. Wir holen die Kinder direkt von der Schule ab, und genau das macht es möglich. Kein extra Weg für die Eltern, kein Umweg, kein Stress. Die Schule ist unser Dreh- und Angelpunkt. Fällt sie weg, fällt auch unsere Tanzgruppe weg – so einfach ist das. Kinder, die täglich in einen anderen Ort zur Schule fahren, kommen nicht mehr zu uns. Die Gemeinschaft, die wir in all den Jahren aufgebaut haben, gibt es dann nicht mehr. Wir kämpfen für diese Schule – weil wir wissen, was auf dem Spiel steht."

„Unser Kindergarten und die Grundschule Judenbach sind mehr als Nachbarn – wir sind eine Gemeinschaft, die zusammen gewachsen ist. Unsere Kinder erleben Schnuppertage in der Schule, bevor sie eingeschult werden. Sie kennen ihre künftigen Lehrerinnen, ihre Klassenzimmer, ihre Mitschüler – lange bevor der erste Schultag beginnt. Die Schulvorbereitung gestalten wir Hand in Hand mit der Schule, eng abgestimmt, auf jedes Kind zugeschnitten. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist bei uns kein Sprung ins Unbekannte – er ist ein vertrauter, sanfter Schritt. Wir feiern gemeinsame Feste, wir teilen die Turnhalle, wir wachsen zusammen. Was wir hier haben, ist nicht selbstverständlich – es ist das Ergebnis von Jahren gemeinsamer Arbeit und echtem Miteinander. Eine Schulschließung würde all das von einem Tag auf den anderen zerstören. Die Kleinsten wären die Leidtragenden. Wir stehen als Eltern geschlossen hinter dieser Initiative: Lasst uns diese einzigartige Gemeinschaft erhalten – für die Kinder, die jetzt bei uns sind, und für alle, die noch kommen."

„Unsere Broken Fingers Juniors sind gerade erst am Entstehen – und schon wollen die Jüngsten mitmachen. Das ist das Schönste, was einem Trainer passieren kann: Kinder, die Feuer fangen, die unbedingt dabei sein wollen. Dieser Funke kommt aus dem Dorf. Aus der Schule. Aus der Gemeinschaft, die hier gewachsen ist. Eine frisch geformte Juniormannschaft braucht Wurzeln – und die Grundschule ist genau das. Ohne sie verlieren wir den Nachwuchs, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. Wir haben gerade erst begonnen. Lasst uns weitermachen."

„Unser Dorfverein bietet für die Kinder der Grundschule Judenbach eine Vielzahl an außerschulischen Aktivitäten. Diese organisieren wir teilweise direkt aus der Schule heraus. All das können wir bei einer Schulschließung begraben. Unser Dorfleben würde in diesem Fall seine Zukunft verlieren. Wir fordern die Lokalpolitik auf, ihre Wahlversprechen zur Stärkung von Bildung und ländlichen Strukturen einzuhalten und die geplante Schließung unserer Grundschule Judenbach abzuwenden."

„Bei uns im Dorfladen kennen wir die Kinder mit Namen. Sie kommen nach der Schule rein, schauen, was es Neues gibt – und manchmal wartet hier auch das ein oder andere kleine Geschenk auf sie. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber genau das, was ein lebendiges Dorf ausmacht. Kinder, die hier einkaufen, bringen ihre Eltern mit. Eltern, die hier einkaufen, halten uns am Leben. Junge Familien sind unsere Stammkunden – und ohne Grundschule gibt es in Judenbach keine jungen Familien mehr. Das ist keine Vermutung, das ist Erfahrung. Stirbt die Schule, stirbt früher oder später auch der Laden. Und mit dem Laden stirbt wieder ein Stück Dorf. Wir stehen hinter dieser Initiative – für die Kinder, für die Familien, für Judenbach."

„Jeden Morgen backen wir frisch – und jeden Morgen kommen die Familien aus Judenbach zu uns. Mütter und Väter auf dem Weg zur Schule, Kinder, die sich ein Stück Kuchen aussuchen dürfen, Großeltern, die das Brot für die ganze Familie holen. Das ist unser Tag. Das ist unser Dorfladen. Ohne Grundschule bleiben diese Wege aus. Junge Familien, die wegziehen oder gar nicht erst kommen, sind keine Kunden mehr. Was dann folgt, kennen wir aus anderen Dörfern: erst die Schule, dann der Bäcker, dann der Rest. Wir wollen nicht das nächste Kapitel in dieser Geschichte sein. Unsere Grundschule muss bleiben – für die Kinder, für die Familien, für uns alle."

„Jahrzehntelang gab es keine Kerwagesellschaft in Judenbach – und jetzt sind wir wieder da. Das ist kein Zufall. Es sind die Kinder, die Familien, das Dorfleben, das uns zurückgebracht hat. Und schon wollen die Jüngsten mitmachen – sie sehen uns, sie wollen dazugehören, sie wollen diese Tradition weitertragen. Genau das ist Heimat. Genau das ist es, wofür wir kämpfen. Eine Schulschließung würde diese zarte, neu gewachsene Tradition wieder abwürgen. Kinder, die woanders zur Schule gehen, entwickeln woanders ihre Wurzeln. Wir haben zu lange gewartet, bis unsere Kerwagesellschaft wieder aufgelebt ist – wir werden nicht zulassen, dass sie wieder verschwindet."

„An Hort-Nachmittagen öffne ich meine Bücher – und die Kinder öffnen ihre Köpfe. Wir lesen zusammen, wir tauchen ein, wir träumen uns in andere Welten. Die Schulkinder kommen zu mir in die Bibliothek, und ich gehe zu ihnen in den Hort. Diese Verbindung ist gewachsen, sie ist selbstverständlich geworden – und sie ist wunderbar. Ohne die Grundschule gibt es keinen Hort. Ohne Hort kommen keine Kinder mehr. Ohne Kinder braucht niemand eine Dorfbibliothek. So einfach, so traurig, so vermeidbar. Bücher erzählen Geschichten – aber das Ende dieser Geschichte liegt nicht in meinen Händen. Es liegt in den Händen des Kreistages Sonneberg."

„Unser Übungsplatz ist in Judenbach – und das ist kein Zufall. Wir sind seit über 20 Jahren hier verwurzelt, wie so viele Vereine in diesem Dorf. Kinder, die bei uns anfangen, kommen aus der Nachbarschaft, aus der Schule, aus dem Ort. Sie bringen ihre Eltern mit, die Eltern bringen ihre Hunde – und plötzlich ist aus einem Kinder-Schnuppernachmittag eine ganze Familie geworden, die dazugehört. Judenbach zieht Menschen an, weil es ein lebendiger Ort ist. Die Schule ist ein wesentlicher Teil davon. Ohne sie verliert das Dorf Familien – und wir verlieren Menschen, die unseren Verein tragen. Wir stehen hinter der Bürgerinitiative, weil Judenbach lebenswert bleiben muss."

„Viele unserer Jugendlichen haben ihren ersten Schritt zur Feuerwehr noch in der Grundschule gemacht. Sie haben uns kennengelernt, Feuer gefangen – im besten Sinne – und sind geblieben. Die Jugendfeuerwehr ist für viele Kinder aus Judenbach der erste Schritt Richtung Verantwortung, der erste Schritt in etwas Größeres. Das funktioniert, weil wir nah dran sind. Weil die Kinder hier sind. Weil die Schule hier ist. Fällt sie weg, verlieren wir den Zugang zu genau diesen Kindern. Und wer heute nicht zur Jugendfeuerwehr findet, steht morgen nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr. Das ist keine Drohung – das ist Realität."

„Unser Verein pflegt ein Stück Tradition, das es in vielen Orten längst nicht mehr gibt. Wir züchten, wir pflegen, wir geben weiter – an die nächste Generation. Kinder, die bei uns vorbeischauen, die Augen aufreißen beim Anblick unserer Tiere und anfangen zu fragen, sind unsere Zukunft. Diese Kinder kommen aus Judenbach. Sie kommen aus unserer Grundschule. Ein Dorf, das seine Schule verliert, verliert seine Kinder – und ein Verein, der seine Kinder verliert, verliert seine Zukunft. Was über Generationen aufgebaut wurde, lässt sich nicht einfach anderswo neu aufbauen. Wir sind Judenbach. Und Judenbach braucht seine Schule."

„Wir Schwammastürer kennen uns mit Drama aus – aber das hier ist kein Stück, das wir selbst geschrieben haben. Und ein Happy End ist nicht garantiert. Was gerade in Judenbach auf der Bühne steht, ist die Schließung unserer Grundschule – und die Kulissen könnten düsterer nicht sein. Theater lebt vom Nachwuchs, von Kindern, die zuschauen, mitmachen und irgendwann selbst auf der Bühne stehen. Diese Kinder kommen aus unserer Schule. Aus unserem Dorf. Verlieren wir die Grundschule, verlieren wir das Publikum von morgen – und die Darsteller von übermorgen. Wir fordern: Schreiben wir gemeinsam ein anderes Ende. Eines, in dem Judenbach seine Schule behält. Der Vorhang ist noch nicht gefallen."

„Unser Frauenchor ist seit Jahrzehnten ein fester Teil des Lebens in Judenbach – bei Festen, bei Feiern, bei allem, was dieses Dorf zusammenhält. Und immer wieder sind es die Kinder, die zuhören, die staunen, die irgendwann selbst anfangen zu singen. Diese Verbindung zwischen den Generationen ist kein Zufall – sie entsteht, weil wir alle hier verwurzelt sind. Weil die Kinder hier zur Schule gehen, weil die Familien hier bleiben. Schwindet die Schule, schwinden die Familien. Und mit ihnen ein Stück von dem, was unseren Chor – und unser Dorf – seit so vielen Jahren am Leben hält."

Ein Chor braucht Stimmen – und Stimmen wachsen im Dorf auf. Was heute in der Grundschule singt, steht morgen vielleicht bei uns. So war es immer. So soll es bleiben. Unser Männerchor ist ein Teil von Judenbach, seit mehr Jahren als die meisten von uns zählen können. Wir haben Generationen kommen und gehen sehen. Aber wir haben auch gesehen, was passiert, wenn ein Dorf seinen Mittelpunkt verliert. Die Schule ist dieser Mittelpunkt. Ohne sie wird es stiller in Judenbach – und nicht auf die schöne Art. Wir stehen hinter dieser Initiative, weil wir wissen: Ein Dorf ohne Schule verliert seine Stimme.

„Nach der Schule wird bei uns gesungen – und genau das ist der Zauber. Die Kinder kommen direkt aus dem Unterricht, voller Energie, und verwandeln diese in Musik. Das funktioniert nur, weil die Schule da ist. Weil der Weg kurz ist. Weil Judenbach ein Ort ist, an dem nach dem letzten Schulgong noch etwas passiert. Mit einer Schulschließung verlieren wir nicht nur ein Gebäude – wir verlieren den Rhythmus unseres Dorflebens. Kinder, die täglich woanders zur Schule fahren, kehren nicht zurück, um hier zu singen. Die Singkids wären Geschichte. Wir fordern: Lasst unsere Kinder hier aufwachsen, lernen – und singen."

Die Feuerwehr ist da, wenn es brennt – das war immer so und das soll immer so bleiben. Aber eine Feuerwehr braucht Menschen, die sich für ihr Dorf verantwortlich fühlen. Menschen, die hier aufgewachsen sind, die hier zur Schule gegangen sind, die hier Wurzeln haben. Genau so entsteht ehrenamtliches Engagement – nicht durch Zufall, sondern durch Verbundenheit. Kinder, die täglich woanders zur Schule fahren, wachsen woanders auf. Sie werden woanders Mitglied in der Feuerwehr. Unser Nachwuchs kommt aus Judenbach – und er kommt aus unserer Grundschule. Ohne sie wird es eines Tages schwer, das Gerätehaus besetzen. Wir kämpfen für diese Schule, weil wir für dieses Dorf kämpfen.

„Nach dem Unterricht oder Hort hole ich die Kinder direkt ab – und dann geht es in den Pfarrgarten. Wir basteln, spielen, reden und erleben gemeinsam den christlichen Jahreskreis: Advent, Weihnachten, Ostern, Ernte, Pfingsten. Nicht aus dem Lehrbuch, sondern mit Händen und Herz, draußen, im Freien, im Miteinander. Das funktioniert nur, weil die Schule hier ist. Weil der Weg kurz ist. Weil die Kinder nach dem Unterricht einfach mitkommen können – ohne langen Fahrtweg, ohne Umwege, ohne überforderte Eltern. Fällt die Schule weg, fällt auch dieser Weg weg. Unsere Kinderkirche lebt von der Gemeinschaft, die in Judenbach gewachsen ist. Wir wollen, dass sie weiter wächst."