Unsere Schule bleibt!
Grundschule Judenbach
Der neue Schulnetzplan des Landkreises Sonneberg enthält einen automatischen Schließungsmechanismus für unsere Grundschule. Nach aktueller Prognose werden ab 2028/2029 keine neuen ersten Klassen mehr gebildet – die Schule läuft dann schrittweise aus. Gemeinsam kämpfen wir dagegen.
Was ist passiert – und was steht auf dem Spiel?
Die Grundschule „Dr. Martin Luther“ in Judenbach ist akut bedroht. Der neue Schulnetzplan des Landkreises Sonneberg 2026–2031 sieht folgendes Vor:
„Sollte eine Klassenbildung in Klasse 1 aufgrund zu geringer Anmeldezahlen nicht mehr möglich sein, wird der Schulbetrieb in den bestehenden Klassen fortgeführt. Ab dem Schuljahr, in welchem die Klassenanzahl unter zwei fällt, wird die Staatliche Grundschule Dr. Martin Luther Judenbach aufgehoben.“ Zitat Seite 96, Schulnetzplan Landkreis Sonneberg 2026/27 – 2023/31
Nach aktueller Prognose des Schulnetzplans selbst beginnt genau das ab dem Schuljahr 2028/2029 – die Schule läuft dann schrittweise aus und muss spätestens 2030/2031 aufgehoben werden.
Für unsere Kinder
Wer in Judenbach aufwächst, gehört nach Judenbach. Eine Schule ist der Ort, an dem Freundschaften entstehen, die ein Leben lang halten. Wer die Grundschule schließt, reißt die Kleinsten aus ihrer Dorfgemeinschaft heraus – und schickt sie täglich mit dem Bus nach Sonneberg. Für Familien heißt das: frühe Abfahrten, komplizierte Abstimmungen, weniger Zeit füreinander. Kinder im Grundschulalter gehören nicht in den Pendelbus – sie gehören in ihre Schule.
Für unsere Familien
Für unsere Vereine
Feuerwehr, Sportvereine, Heimatpflege, Dorfverein, Musikvereine, Angebote für Kinder – sie alle leben vom Nachwuchs aus dem Ort. Dieser Nachwuchs kommt aus der Schule. Schon heute kämpfen viele Vereine im ländlichen Raum ums Überleben. Eine Schulschließung entzieht ihnen die letzte Grundlage. Weniger Kinder im Ort bedeutet weniger Nachwuchs – ein Teufelskreis ohne Ende.
Für Handel und Gewerbe
Keine Schule bedeutet weniger Einwohner – und weniger Einwohner bedeutet weniger Kunden. Gerade die Nahversorgung vor Ort – Bäckereien, Lebensmittelhandel, Handwerker und lokale Dienstleister – brauchen eine lebendige Dorfgemeinschaft als Grundlage. Schwindet die Bevölkerung, schwindet auch die wirtschaftliche Basis. Betriebe schließen, Arbeitsplätze verschwinden, der Ort verliert weiter an Attraktivität. Ein Teufelskreis, der mit der Schulschließung seinen Anfang nimmt.
Ein mahnendes Beispiel: Mengersgereuth-Hämmern
Wir müssen nicht spekulieren, was eine Schulschließung für ein Dorf bedeutet – wir müssen nur nach Mengersgereuth-Hämmern schauen. Dort war die Situation ähnlich: eine kleine Dorfschule, eine Schulnetzplanung, Versprechen der Politik – und am Ende die Schließung. Zum Schuljahr 2023/2024 war es vorbei. Übrigens: Auch dieser Beschluss stand im Schulnetzplan des Landkreises Sonneberg. Das darf sich in Judenbach nicht wiederholen.
Was ist passiert – und was steht auf dem Spiel?
Damit klar ist, wer Verantwortung trägt, erklären wir den Ablauf. Jede dieser Stellen kann noch handeln. Und jede steht in der Pflicht.
1. Entwurf
Das Schulverwaltungsamt im Landratsamt erarbeitet den Entwurf.
2. Vorberatung
Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport berät und gibt eine Empfehlung.
3. Abstimmung
Der Kreistag Sonneberg (40 Mitglieder) beschließt mit einfacher Mehrheit. Der Beschluss besiegelt das Schicksal unserer Schule – oder rettet sie.
4. Genehmigung
Das Thüringer Bildungsministerium prüft und muss zustimmen. Ohne Genehmigung tritt der Plan nicht in Kraft.
Fraktionen im Kreistag Sonneberg
| Fraktion | Sitze | Fraktionsvorsitz |
|---|---|---|
| AfD | 14 | Roland Schliewe |
| CDU | 10 | Christian Tanzmeier |
| PRO SON / Freie Wähler / FDP | 8 | Steffen Hähnlein |
| DIE LINKE / SPD | 5 | Uwe Schlammer |
| BSW | 3 | Thomas Schröder |
Zeig Gesicht – jetzt handeln!
Jede Stimme zählt. Komm zu unserer Demonstration vor dem Landratsamt und zur Bürgerfragestunde im Kreistag. Gemeinsam sind wir der Beweis, dass Judenbach lebt – und kämpft.
02. Juni 2026
Informationsveranstaltung
Unsere Bürgermeisterin Silke Fischer lädt ein zur Informationsveranstaltung. Mit dabei sind Kreistagsmitglieder, welche befragt werden können.
Zeit: 18:30
Ort: Saal 100
Alte Handelsstraße 100
96524 Föritztal OT Judenbach
10. Juni 2026
Demonstration (in Vorbereitung, noch nicht angemeldet)
Direkt vor der entscheidenden Kreistagssitzung möchten wir demonstrieren. Die Demo ist noch nicht angemeldet und befindet sich in Vorbereitung. Dies ist kein Aufruf sondern lediglich eine Vorabinformation. (Save the Date)
Zeit: ab 14:00 Uhr
Ort: Staatl. Gymnasium „Hermann Pistor“ Dammstraße 50, 96515
10. Juni 2026
Bürgerfragestunde im Kreistag
Jeder Einwohner des Landkreises hat das Recht in der Bürgerfragestunde der Kreistagssitzung fragen zu stellen. Stellt dem Kreistag in seiner Fragestunde deine Frage öffentlich – ins Protokoll!
Zeit: ab 15:00 Uhr
Ort: Staatl. Gymnasium „Hermann Pistor“
Dammstraße 50, 96515 Sonneberg (Aula)
Unsere Forderung
Wir verurteilen den automatischen Schließungsmechanismus im Schulnetzplan 2026–2031. Schulen sind nicht irgendwelche Verwaltungseinheiten – sie sind der Einstieg ins soziale und gesellschaftliche Leben in unseren Dörfern. Stirbt die Schule, stirbt das Dorf. Die Folgen sind verheerend und nicht wieder rückgängig zu machen.
Wer als Kreistagsmitglied für diesen Schulnetzplan stimmt, stimmt für das Ende der Grundschule Judenbach. Das ist keine politische Meinung – das steht im Beschluss.
Dabei gibt es Alternativen – und der Schulnetzplan wendet sie selbst an. Für die Grundschule Lauscha schreibt er wortwörtlich, dass die Unterschreitung der Mindestschülerzahlen durch gemeinsame Beschulung der Klassen 1 und 2 ausgeglichen werden kann. Für Judenbach gilt dieselbe Situation als Auslöser der Schließung. Das ist nicht erklärbar.
Wir fordern: Automatischen Schließungsmechanismus streichen. Jahrgangsübergreifenden Unterricht verankern. Unsere Schule bleibt.
Wir, die Kinder, Eltern und Einwohner von Judenbach, Neuenbau, Heinersdorf, Jagdshof und Mönchsberg kämpfen für den Erhalt des Schulstandorts Judenbach mit seiner über 430 jährigen Geschichte.
Machen Sie Druck – schreiben Sie jetzt!
Neben der Unterschrift und der Teilnahme an Aktionen können Sie direkt politischen Druck ausüben. Schreiben Sie den Verantwortlichen – jede Zuschrift zählt. Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich melden, desto deutlicher wird das Signal. Was wir und viele, viele Interessengruppen sagen findest du unter den Stellungnahmen.
Ihrer Partei schreiben
Wenden Sie sich an den Kreisverband Ihrer Partei oder direkt an das Kreistagsmitglied Ihres Vertrauens. Fordern Sie es auf, gegen den Schulnetzplan und somit die schleichende Schulschließung zu stimmen – auch gegen den Willen der Fraktion.
Landrat Sesselmann schreiben
Landrat Robert Sesselmann trägt die politische Verantwortung für den Schulnetzplanentwurf. Fordern Sie ihn auf, den automatischen Schließungsmechanismus aus dem Schulnetzplan zu streichen und so den Fortbestand der Grundschule Judenbach zu sichern.
Landratsamt Sonneberg
Bahnhofstraße 66
96515 Sonneberg
Den Ausschuss schreiben
Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport bereitet den Schulnetzplan vor und gibt eine Empfehlung. Schreiben Sie an die Ausschussvorsitzende Kati Nimz (AfD) und alle Mitglieder.
Kreistag Sonneberg
c/o Landratsamt Sonneberg
Bahnhofstraße 66, 96515 Sonneberg
Unterschriftensammlung
Du kannst die Unterschriftenliste persönlich an folgenden Stellen in Judenbach unterzeichnen. Deine Unterschrift wird dem Kreistag Sonneberg übergeben. Jede Unterstützung zählt!
Gemeindeverwaltung Föritztal
Außenstelle Judenbach
Bellershöhe 1
96524 Judenbach
Dorfladen Judenbach
Bellershöhe 1
96524 Judenbach
Bäckerei Friedrich
Bellershöhe 1
96524 Judenbach
Haustürsammlung
Wir sammeln Unterschriften auch an der Haustür in Judenbach, Neuenbau, Mönchsberg, Jagdshof und Heinersdorf in den kommenden Tagen.